Wednesday, February 25, 2009

Cowboy Prostitutes - Swingin' At The Fences (2008)


Schweden entwickelt sich seit geraumer Zeit zum Dreh- und Angelpunkt der europäischen Sleaze-Rock Szene. Die Anzahl der Bands die dort seit Monaten aus ihren Proberäumen ans Licht der Welt kommt geht auf keine Kuhhaut mehr. Erstaunlich hingegen ist die Tatsache, dass diese qualitativ auf einem enorm hohen Level musizieren.

So wundert es nicht, dass der erste vollständige Rundling der Cowboy Prostitutes um Frontmann Luca Isabelle ein weiteres Highlight des Genres darstellt. Bediente man sich auf dem ersten Demo noch stark bei alten Backyard Babies und Hellacopters, geht man die ganze Sache heuer wesentlich differenzierter an.

Ein Blick aufs Cover weckt schon dezente Erinnerungen an Guns 'N Roses’ "Appetite for Destruction", das Foto auf dem Backcover könnte jedoch auch so oder ähnlich von Volbeat stammen.

G’n’R ist allerdings ein Name der durchaus als musikalischer Einfluss genannt werden darf. Stark 80’s beeinflusster Sleaze/Hardrock mit prägnanter Schweden-Rotzrock-Schlagseite wird dem geneigten Hörer geboten. Hier und da schimmern Mötley Crüe, die Backyard Babies, Hellacopters oder auch modernere Acts wie Hardcore Superstar durch. Das ganze wird durch stets vorhandene Rock’n’Roll Zutaten gewürzt. Herausgekommen ist dabei ein absolut stimmiges Gebräu, das jedem Anhänger der genannten Bands runtergehen dürfte wie ein Glas feinster Gerstenkaltschale.

Soundtechnisch lässt die Band ebenfalls nicht anbrennen, die Songs haben Druck und ausreichend Dreck, so dass es nicht zu geschliffen klingt. Einziger Minuspunkt stellt der wirklich grottenschlechte Keyboard/Piano Sound dar. Hier hätte man sich doch mehr Zeit lassen sollen um vernünftige Sounds zu kreiren. Das klingt mir persönlich leider zu sehr nach Bontempi Heimorgel unterm Weihnachtsbaum. Da das Keyboard zudem häufig im Einsatz ist kann man diese Kritik nicht komplett unter den Tisch kehren. Weniger wäre da mehr gewesen. Löblicherweise ist das Keyboard relativ weit in den Hintergrund gemischt.

Einen Abzug in der B-Note gibt es dafür leider trotzdem.

8 Punkte mit Tendenz nach oben. (Reviewer: Psychotoxic)

Band: Cowboy Prostitutes
Titel: Swingin' At The Fences
Label: Nicotine Records
V.Ö.: 2008
Homepage: http://www.cowboyprostitutes.net
Myspace: www.myspace.com/cowboyprostitutes

Tracklist:
1. Rock 'n' Roll Jail (3:35)
2. Dancing On Your Grave (3:55)
3. Pirate Town (2:51)
4. Crime City (4:56)
5. Down The Drain (4:40)
6. Just As Long (4:48)
7. Travellin' Band (1:54)
8. Pinpoint Eyes (3:23)
9. Rise (3:53)
10. Roseline (4:07)
11. Mr.Two Timing (4:05)

Johnny Burning - Get Up, Get Loose, Get Off! (2008)


Neues von der Sleazefront! Diesmal geben sich die Italorocker Johnny Burning die Ehre, deren Debütalbum "Get Up, Get Loose, Get Off!" am 26.September via Street Symphonies Records auf die Sleaze - und Glamgemeinde losgelassen wird. In der italienischen Szene wurden die Jungs bereits vollmundig als die neuen Mötley Crüe bezeichnet - ist da wirklich was dran oder ist das wieder mal nur der berühmt-berüchtigte Hype um eine Band zu pushen? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Die Musik von Johnny Burning setzt sich aus den folgenden Zutaten zusammen: ein bisschen Mötley Crüe, ein wenig frühe Skid Row, hier und da eine Messerspitze Bon Jovi und ab und an ein bisschen Rock 'n' Roll Groove. Die 10 Songs auf "Get Up, Get Loose, Get Off" bewegen sich alle im gehobenen Mittelmaß und können mal mehr, mal weniger überzeugen. Die besseren Tracks auf dem Longplayer, wie das schön nach vorne gehende "Wrong Shape" machen Lust auf Autofahren mit heruntergekurbelten Fenstern, "Sassie Lassie Goose" weckt Erinnerungen an alte Cinderella-Zeiten und "Shine" ist eine schöne Ballade, Marke Bon Jovi, 1989.

Leider befinden sich auf dem Album aber auch einige etwas durchschnittlichere Nummern wie"Rock in the USA" oder "Idiota" - ein an und für sich launiger Partyrocker, der aber sehr unter der irgendwie schief gespielten Mundharmonikabegleitung zu leiden hat.

Der letzte Punkt an dem sich bei der Combo wohl die Geister scheiden werden ist die Stimme von Sänger Manuel. An anderer Stelle hab ich gelesen das er eine prägnante feminine Stimme haben würde - man könnte aber auch behaupten das er sich wie "Vince Neil auf Helium" anhört. Macht euch am besten selbst ein Bild und hört einfach mal in die Band rein - für ein Debütalbum ist das hier schon sehr ordentlich!

7,5 Punkte (Reviewer: Wizz21)

Band: Johnny Burning
Titel: Get Up, Get Loose, Get Off!
Label: Street Symphonies Records
V.Ö.: 26.09.2008
Myspace: http://www.myspace.com/jburning

Tracklist:
01. Intro
02. Wrong Shape
03. Devil Inside
04. Idiota
05. Sassy Lassie Goose
06. Lost & Found
07. Burning Miracle
08. Time To Rock
09. Shine
10. Rock In The U.S.A.
11. Turn Down Just To Leave It

GOLDEN CLASSIX: Pink Cream 69 - Electrified (1998)


Nachdem sich Ex-Pinkie Sänger Andi Deris 1994 Richtung Helloween verabschiedet hatte befanden sich PC'69 eine Weile lang im musikalischen Niemandsland ohne so genau zu wissen wohin die Reise eigentlich gehen soll. Schon das letzte mit Andi Deris eingespielte Album "Games People Play" war um einiges düsterer und ernster als seine beiden Vorgänger ausgefallen. Ein Zustand der sich 1995 mit dem Album "Change" (ab sofort mit dem Engländer David Readman am Mic ) noch um einiges verstärken sollte. Vorbei waren die Zeiten als Pink Cream 69 für sehr eingängigen melodischen Hardrock standen, auf dieser Scheibe gings sehr alternativ-like und grungig zu. Von Seiten der Fans kam es wie es kommen musste - das Werk floppte bei einem Großteil der Anhängerschaft (und an den Verkaufskassen) monumental. Zu allem Überfluss verlor die Band dann auch noch den Majorvertrag mit Epic/Sony und nicht wenige (mich mit eingeschlossen) gaben auf der Band keinen Pfifferling mehr.

1997 dann die kommerzielle und vor allem künstlerische Wende. Ausgestattet mit einem neuen Plattenvertrag nahmen die Jungs das gute bis sehr gute "Food For Thought" - Album auf. Genretechnisch war das Material auf der Scheibe immer noch ein wenig in modernere Rockgefilde anzusiedeln, allerdings gab es nun auch wieder verstärkt die zwingenden Melodien und Hooklines die man vor allem auf "Change" noch so vermisst hatte. Ein Jahr später dann der ganz große Knall in Form von "Electrified".

Was auf diesen Album gezockt wird, ist kaum zu fassen. Allerbester Melodicrock, vom Härtegrad her oft an der Grenze zum Metal, ganz große Melodien, arschgeile Soli, göttlicher Gesang von David Readman (Andi Deris? Kennsch net!) und Hits,Hits,Hits! Tut euch einen Gefallen und hört einfach mal rein!

9,5 ganz fette Punkte!

Tracklist:

1. Shame
2. Strangers in Time
3. Break the Silence
4. Electrified
5. Over the Fire
6. Losing My Faith
7. Higher Kind of Life
8. Burn Your Soul
9. Rocket Ride
10. Best For You
11. Gone Again

"Shame" Videoclip

Frozen Rain - S/T (2008)


Es gibt mal wieder hochklassigen Stoff für AOR - und Melodicfreaks. FROZEN RAIN ist das musikalische Baby eines gewissen Kurt Vereecke. Der Belgier, der neben den Keyboards und der Gitarre auf dem Album auch noch für große Teile des Songwritings verantwortlich ist, hat sich für sein im Jahr 2001 gegründetes Projekt ausserdem eine illustre Schar an Gastmusikern zusammengesucht. So geben sich auf dem Longplayer z.B. Szenegrößen wie Tommy Denander (Radioactive, Toto), Steve Newman und Ollie Oldenburg (Ex-Zinatra) die Klinke in die Hand.

Musikalisch erwartet den Hörer eine Mischung aus gefühlvollen Gesang (Johan Waem macht hier mit seiner warmen Stimme wirklich eine sehr gute Figur), vielen Keyboards und Ohrwürmern en Masse. Ein Song wie die "Kuschelballade "My Heart Believes It’s True" hätte es in den 80iger Jahren sicher in die MTV Heavy Rotation geschafft, aber auch beschwingtere Songs a'la "On The Run" (Cheap Trick und Survivor lassen grüßen!) oder "Little Angel" lassen das Herz eines jeden Melodicfan höher schlagen.

Am Sound des Albums gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, alles in allem eine runde Sache und zum Ende des Jahres nochmal eine gute CD-Investition!

8 Punkte (Reviewer: Wizz21)

P.S.

Direkt beziehen könnt Ihr das Album übrigens zu einem richtigen Knallerpreis von gerade mal 10 Euro auf www.targetrecords.de, Zugreifen!


Band: Frozen Rain
Titel: Frozen Rain
Stil: AOR
Label: Avenue of Allies Music
V.Ö.: 2008
Myspace: http://www.myspace.com/frozenrain

Tracklist:

1. Waiting For You (4:21)
2. Wire Of Love (4:52)
3. Music Keeps Me Alive (3:24)
4. My Heart Believe It's True (5:28)
5. Red Light Zone (3:26)
6. On The Run (3:09)
7. Park Café (3:40)
8. Never Be A Fool Again (4:51)
9. Your Love (3:38)
10. Say That You Love Me (3:36)
11. Little Angel (4:45)
12. Tomorrow (4:42)

Hell City Glamours - S/T (2008)

Und immer wieder Australien! Was in den letzten ein bis zwei Jahren bereits alles an guter Rockmusik aus dem fünften Kontinent über dem Pazifischen Ozean zu uns rübergeschwappt ist, ist schlichtweg unglaublich. Den Anfang machten Airbourne, die bereits jetzt als DAS "Next Big Thing" und als legitime Nachfolger AC/DC's gelten und auch im Rock Dungeon reviewten wir in regelmäßiger Wiederkehr richtig gute Aussie-Bands wie Maeder oder zuletzt Fallen Silver. Mit den HELL CITY GLAMOURS gesellt sich jetzt noch eine weitere, vielversprechende Combo aus dem Land der Kängurus und Koalas dazu.

Die vier Jungs aus Sydney konnten in ihrer Heimat in den letzten vier Jahren bereits durch diverse EP-Releases und ausgiebigem Touren auf sich aufmerksam machen und dabei schon eine kleine aber feine Fanbase aufbauen. Die Hell City Glamours sind also alles andere als Grünschnäbel - und genau diese Tatsache bzw. die gesammelte musikalische Erfahrung macht sich auf ihrem selbstbetitelten Debütlongplayer mehr als bemerkbar.

Zu hören gibt es einen coolen Mix aus knochentrockenem Seventies Hardrock ("One Night Only") Songs wie sie die frühen Aerosmith nicht besser hätten spielen können ("The Money"), glammigen Ohrwürmern ("Back To You") und sogar funkig angehauchte Songs wie "High Brow", der seinen leichten Red Hot Chili Peppers Touch kaum verbergen kann. Für mehr als genug Abwechslung ist beim Debüt der Hell City Glamours also gesorgt - und jetzt seid ihr dran: reinhören, abrocken, kaufen - beziehen könnt ihr die CD bei Amazon oder direkt auf der Myspace-Seite der Band!

8,5 Punkte (Reviewer: Wizz21)

Band: Hell City Glamours
Album: S/T (Eigenproduktion)
V.Ö.: 2008
Homepage: http://www.hellcityglamours.com
Myspace: http://www.myspace.com/hellcityglamours

Tracklist:
1. One Night Only (3:00)
2. Back To You (3:57)
3. Josephine (2:34)
4. Flying Away (3:39)
5. High Brow (3:21)
6. Ready To Fall (3:34)
7. Right My Wrongs (3:17)
8. The Money (3:07)
9. I'm Not Here (4:33)
10. Worst Kinda Man (4:25)
11. In The Cold (3:47)
12. No Love (4:05)
13. Hidden Track (3:51)

Neondaze - S/T (2008)


NEONDAZE - eine weitere schwedische Band die dieser Tage ihr gleichnamiges Debütalbum auf die Menschheit loslässt. Im Gegensatz zu den Legionen an neuen Sleaze - und Glambands (die wachsen in IKEA-LAND ja mittlerweile quasi an jedem zweiten Baum...) spielen die Jungs allerdings einen Mix aus modernen - und 80iger Jahre beeinflussten Hardrock.

So befahren z.B. der flotte Albumopener "Intoxicated" und das etwas midtempo-lastigere "Critical Mass" ganz klar musikalische Gewässer, die auch einer Combo wie Hardcore Superstar alles andere als fremd sind. Auf "Live 4 Tonight" kommen dann zum ersten Mal die Eighties-Wurzeln der Band zum tragen. Das Ding ist ein schneller, nach vorne gehender Uptempotrack der vom Riffing und der Melodieführung her locker auf einem der allerersten Sinner-Alben hätte stehen können. "Hold Me" ist eine hochmelodiöse Midtempo-Ballade mit ziemlichen Def Leppard Vibe im Chorus und auf "Stop Cryin" regiert die "Van-Halen-Riffs-treffen-auf-Ratt-Melodien" - Keule.

Leider hält der Debüt-Longplayer der vier Jungs aus Norrköping zwischendurch dann aber auch noch einige nicht ganz so gelungene und eher eintönige Stücke parat, die dem Hörgenuß ein wenig schmälern. Nach dieser kleineren Durststrecke gibts dann aber gegen Ende mit "Traitorous" nochmal richtig lecker Hörstoff auf die Ohren. Das Ding ist extrem eingängig, hat einen richtig Klasserefrain und ist eindeutig der Höhepunkt des Albums.

Der Sound der Scheibe ist im übrigen sehr gut abgemischt und wer sowohl auf 80iger - als auch auf moderne Hardrockklänge gut kann, sollte hier ruhig mal ein Ohr riskieren!

8 Punkte (Reviewer: Wizz21)

Band: Neondaze
Titel: S/T
Vertrieb: Artist Service
V.Ö.: 12.09.2008
Myspace: http://www.myspace.com/neondaze

Tracklist:

1. Intoxicated
2. Critical Mass
3. Live 4 Tonight
4. Caroline
5. Million Miles
6. Hold Me
7. Livin´
8. Stop Crying
9. Chains
10. Evil In Mind
11. Traitorous
12. Oullbemi Vampire

Hungryheart - S/T (2008)


Mensch, was sind die Italiener zur Zeit fleissig! Nachdem in den letzten Jahren musikalisch bereits einige großartige Epic Metal Sachen und ein paar gutklassige Sleaze und Glambands aus dem "Stiefelland" zu uns rübergeschwappt sind, gibt es jetzt immer mehr AOR und Melodic Rock Klänge aus Bella Italia zu entdecken. In Punkto melodischen Rock konnten da zuletzt Myland auf sich aufmerksam machen und für durchweg wohlwollende bis euphorische Reaktionen sorgen - da will eine Band wie Hungryheart natürlich nicht hinten anstehen und legt mit ihrem selbstbetitelten Debüt gleich mal nach.

Der Sound von Hungryheart ist durch und durch von den Rockgrößen der 80iger Jahre beeinflusst. Hier ein bisschen Danger Danger, dort eine Prise Bon Jovi, dann noch ein wenig Bad Englisch und Whitesnake, fertig. Im Vergleich zu Myland hört sich die Combo sogar noch ein wenig "amerikanischer" an. Das kann man vor allem an dem Gesang von Frontmann Josh Zighetti festmachen. Der klingt mit seiner völlig akzentfreien Stimme, die irgendwo zwischen Mike Tramp, Jon Bon Jovi und David Coverdale liegt, dermaßen ur-amerikanisch das man beim ersten Hören des Longplayer schwören könnte eine bisher unbekannte End-Achtziger Amiband zu hören.

Wer auch nur ansatzweise was mit den von mir bereits genannten Bands anfangen kann muss hier also reinhören. Hymnen wie "Rock City", "Stealing the Night" oder Hard Lovin Woman" gehen ab wie Schmidts Katze und für nen Song wie "River of Soul" hätten Cinderella früher getötet!

8,5 von 10 Punkten! (Reviewer: Wizz21)

Band: Hungryheart
Titel: Hungryheart
Stil: Melodic Rock, AOR
Label: Tanzan Music Ed.
V.Ö.: 2008
Myspace: http://www.myspace.com/hungryheartofficial

Tracklist:

1.Rock City (4:29)
2.Stealing the Night (5:37)
3.River of Soul (5:46)
4.Hard Lovin' Woman (5:21)
5.Hang on to Me (7:12)
6.The Only One (4:18)
7.Innocent Tears (4:51)
8.Shadows (1:49)
9.Breath Away (5:01)
10.It Takes Two (4:39)
11.Gina (M.Bolton Cover) (3:10)